Monster
Busters (OT:
The Monster Squad)

Alle
hundert Jahre, exakt in der gleichen Nacht bei Vollmond, strebt
das Böse endgültig nach der Weltherrschaft. Hierzu benötigen
die fiesen Monster, wir sprechen von Dracula, der Mumie, Frankensteins
Kreatur, dem Wolfsmenschen und dem Ungeheuer der schwarzen Lagune,
also quasi alles, wovor der Kinobesucher sich seit den Dreissigern
zu gruseln pflegt, ein magisches Amulett der Macht.
Hundert
Jahre zuvor konnte der legendäre Vampirjäger van Helsing
die Ungeheuer zwar nicht in die Hölle verbannen, er konnte
aber zumindest verhindern, dass das Amulett in die Hände der
Gruselnasen fällt. Doch der gute Abraham weilte ja nun im Jahre
1987 nicht mehr unter uns, also, wer beschützt die Menschheit
nun vor dem Untergang?
Glücklicherweise
haben ein paar freche (und recht typische für amerikanische
Filme dieser Art) Kids den "Monster Squad", so auch der
Originaltitel des Films, gegründet und zufällig kommt
ihnen das Tagebuch van Helsings in die Hände. Nicht dumm zählen
die Kids eins und eins zusammen und wissen, die unheilige Nacht
steht kurz bevor.
Dracula
beauftragt das Frankensteinmonster mit der Wiederbeschaffung des
Buches, denn es beinhaltet auch die Anleitung, wie man die Kreaturen
für immer vernichten kann, und der Transylvanier, Anführer
der fiesen Bande, will sich nicht schon wieder ins blutige Handwerk
pfuschen lassen. Doch womit der Vampirfürst nicht gerechnet
hat, Frankie stellt sich als kinderlieb heraus und verbrüdert
sich mit den Rotzlöffeln.
Mit
seiner Hilfe im entscheidenen Moment und der Unterstützung
eines alten, ehemals gefürchteten Nachbarn, der sich dann aber
doch als recht cool entpuppt, gelingt es den Kids, ein Dimensionsloch
zu öffnen und die Monster samt dem entscheidenen Amulett dort
hineinein zu bannen und ihnen somit ein für allemal den Garaus
zu machen.

Natürlich
ist Fred Dekkers Film einmal mehr ein Format, welches komplett auf
ein Kinder- und Jugendpublikum zurecht geschnitten ist. Dafür
ist der Film erstaunlich aufwendig geraten, die Spezieleffekte und
Monster-Make ups sind wirklich gut gemacht, da kann man gar nicht
mal meckern. Man merkt dem Film an, er sollte eine Art Schnittmenge
aus Steven Spielbergs "Goonies" und den "Ghostbusters"
(damit erklärt sich wohl auch, wie in Deutschland aus dem "Squad",
also quasi einem Dezernat, die "Busters" wurden, es wurde
schlicht auf den großen Kinohit geschielt) für Kinder
werden, dennoch ist dies nicht wirklich gelungen.
Zu
vorhersehbar ist das Drehbuch von Dekker himself und CoAutor Shane
Black leider, zu nervig altklug haben sie sich die Kids aus dem
Monster Squad erdacht und zu wenig Gags zünden tatsächlich.
Gut, es gibt Ausnahmen. Wie kommt man an einem Werwolf vorbei? Lass
es darauf ankommen, ob er Hoden hat und tritt zu...er hat dann auch
tatsächlich welche, ähem, die meisten Jokes aber sind
nicht mal für Kinder lustig.
Dennoch
hat gerade in Deutschland der Film sehr viele Fans, und das obschon
er niemals im Kino lief, nicht auf DVD erschien und selbst im VHS
Format offiziell nirgendwo mehr erhältlich ist. Gelegentlich
ist noch das VHS in der VPS Version, die seinerzeit den Film in
Deutschlands Videotheken brachten, bei den üblichen Verdächtigen
wie Ebay oder Filmundo zu ersteigern, das dann aber oftmals auch
zu nicht geringen Preisen, und das wiederum lohnt nicht, denn beliebt
hin oder her, der Film ist einfach nicht so dolle.
In
Amerika wurde der Film dann auch mit wesentlich kritischeren Stimmen
bedacht, lahm und langweilig sei der Streifen, so liest man immer
wieder, und das empfanden wir auch so. Geradezu kitschig wird es
zum Schluß, wenn auch Frankensteins Monster in den Sog gerissen
wird, arme tragische Figur, die es immer wieder ist, so kinderlieb,
da wirft ihm die kleine Heldin (die übrigens in der deutschen
Synchronisation die Stimme von Lisa Simpson hat) noch den Teddybären
zu, schnüff...nee, eher würg, das muß dann doch
nicht sein.
Nun
ist der "Monster Squad" nicht gar so schlecht wie beispielsweise
Mein Großvater ist ein Vampir,
dennoch, insgesamt raten wir eher ab, denn bis auf die guten Effekte,
reines Showblendwerk sozusagen, bleibt unterm Strich nicht viel,
und das ist gerade für einen solchen Kinderfilm, der sich eigentlich
eher durch liebevolle Detailarbeit auszeichnen sollte, zu wenig
Substanz. Das scheint aber ein Zeichen der Zeit zu sein. Auch Kinderfilme
sollen nur noch Kohle einfahren. Wir empfehlen daher eher Der
kleine Vampir, den aber ehrlich gesagt auch am ehesten in der
Frühachtziger Fernsehfassung mit Gert Fröbe, bei der der
Kinofilm von 2000 bei weitem nicht mithalten kann (trotz lustiger
Vampirkühe.)



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